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Ein IT-Girl auf Abwegen

So langsam, aber wirklich sehr langsam, sortieren sich einige Dinge in meinem Kopf. Im Gewirr der git-Befehle finde ich mich schon ganz gut zurecht und die Tatsache, dass laute Achtung-Siren in meinem Kopf aufflackern, wenn ich den Befehl git stash drop (er löscht unwiderruflich Dateien, die man noch nicht in irgendeiner Form auf einen Server und/oder lokal übertragen hat) sehe, spricht wohl dafür, dass ich ein Gefühl für das Ganze bekomme.
Nach wie vor ist es natürlich eine überwältigende Flut an Dingen, die man gleichzeitig beherrschen muss. Der Umgang mit einem Terminal, Sublime Text 3 als Text-Editor und quasi Entwicklungsumgebung. Dann Ruby im Allgemeinen, in welcher anderen Sprache kann man auf jeden String eine Methode aufrufen…ein Wunderwerk. Dann all die Sprachen, die man so nebenbei mitlernen muss: yml, haml, erb, sass, scss. Die vielen hilfreichen Tools, wie CodeClimate, Octocat, GitHub sowieso, das Ticketsystem und natürlich die überwältigende Flut an super hilfreichen Tutorials: rails for zombies, das hartl tutorial, tryruby.org, codeschool, codecademy.com, ruby-monk und so weiter und so fort….
Täglich habe ich das Gefühl, was ich noch alles ansehen will wird eher mehr als weniger und rivalisiert mit der Tatsache, dass ich trotzdem doch irgendwie auch gerne ein Leben habe. Mit Freunden, Sport und nem freien Tag am Wochenende. Her mit dem 28 Stunden Tag! Toll ist natürlich, dass die Zeit jetzt wie im Fluge vergeht und ich mich freue, wenn ich zur Arbeit gehe. Was will man mehr. Was wollte ich je mehr? Jeden zweiten Tag habe ich trotzdem einen schrecklichen Anflug von -ich werde das alles niemals-nie-nie wirklich verstehen-. Da hilft es nur, den nächsten Tag abzuwarten und sich noch einmal vor Augen zu führen, dass das nicht nur mir so geht.
Bald ist auch endlich diese Süßigkeiten-Fasterei vorbei, denn wenn man gerade mal eine kleine Denkblockade erlebt, würde so ein Schokoriegel sicherlich Wunder wirken. Hoffe ich. Wartet, darüber kotze ich mich doch mal in einem extra-Artikel aus.
Für alle nicht IT-affinen, die das hier lesen. Was ich da manchmal mache oder schreibe sieht und hört sich viel extremer an, als es ist. Ich habe oft das Gefühl, Leute die sich gar nicht mit diesen Themen beschäftigen, sehen alles was ITler so machen als totale Magie an. 
Erst neulich saß ich im Hipster-Cafe schlechthin mit meinem Arbeitsmac und hatte einfach das Terminal (iTerm) geöffnet, wo ich vorher in ein paar Ordner gewechselt habe und einige wenige sehr simple Befehle eingegeben hatte, da setzte sich ein Typ neben mich und rastete förmlich aus vor begeisterter Unkenntnis: “Woooooow programmierst du da gerade???” Nina: “Nein, das ist nur ein Terminal Fenster, darin kannst du zwar auch Programme schreiben aber eigentlich bewege ich mich damit nur zwischen Ordnern hin und her und öffne Programme”. Trotzdem er war vollkommen hin und weg und ich kann das gut verstehen. Denn bevor ich es wirklich benutzen musste, war mir das Terminal trotz geringfügiger Kenntnis über dessen Funktion ein Rätsel und ich konnte mir kaum 2 Befehle merken. Jetzt, nachdem ich es gerade mal 2 Wochen aktiv in Benutzung habe, sieht es schon ganz anders aus. Ich weiß, wo meine Dateien liegen, spare mir umständliche Klicks und komme mir gleichzeitig verdammt cool dabei vor, wenn ich mit meinem 2-Finger-Tippsystem Befehle in die Shell eingebe. Mit großartigen IT-Kenntnissen hat das allerdings noch nichts zu tun, also nicht verunsichern lassen, Leute.

Noch immer bekomme ich es mit der Angst zu tun, wenn Leute anfangen, mir irgendwelche fachspezifischen Fragen zu stellen. Doch ich kann es zunehmend beobachten: Seitdem einige herausgefunden haben, dass ich irgendetwas mit Informatik mache, bin ich grundsätzlich Ansprechpartner in allen erdenklichen computerbezogenen Fragen geworden. Zuletzt waren da Fragen bezüglich eines Fahrradnavigationsgerätes dabei, welches nicht mehr angeht. Die Enttäuschung ist dann umso größer, wenn ich selbst nur fragend gucke und vorschlage, das Problem einmal zu googlen. Ich bin nach wie vor nur sehr begrenzt kundig und wenn dann kaum in Hardware-Fragen. Ich bin froh, wenn ich die vielen Fragezeichen in meinem eigenen Kopf mit der Zeit verringere und klar, helfe ich gerne, wo ich kann, doch macht euch nicht zu viele Hoffnungen.
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